„In Mythen und Märchen wie im Traum sagt die Seele über sich selbst aus, und die Archetypen offenbaren sich in ihrem natürlichen Zusammenspiel, als ‚Gestaltung, Umgestaltung, des ewigen Sinnes ewige Unterhaltung‘.“ C. G. Jung: (GW 9/1,§400)
Zum Wesen der Märchen, dieser Erzählungen wunderbarer Geschehnisse, gehört es, dass sie die Menschen tief in ihrem Gemüt berühren. Erzähler und Zuhörer sind gleichermassen ergriffen, fasziniert oder wie von einem Schauder berührt. Dieses Erschrecken erfasst ihn in der Tiefe, er spürt, dass ihn das Geschehen unmittelbar angeht, ihm graut, es läuft ihm kalt über den Rücken. Dieses Grauen oder Gruseln wird durch die Begegnung mit dem tief Seelischen ausgelöst. Es ist Ursprung der Angst und zugleich Quelle tiefer Erfahrung. Im Märchen von „Von einem der auszog das Gruseln zu lernen“ lassen uns die Gebrüder Grimm an dieser tiefen Erfahrung teilhaben.